Deo Gratias

Notes about the image (in English and German)


Christmas composition in oil on paper and collage that places Joseph into the foreground
Deo Gratias
Oil on paper and collage
Bernd Hildebrandt 2009

Deo Gratias

Thanks be to God. This expression is part of the liturgy in many English Churches of different denominations. But, in our daily life, we all too often throw in a “Thank God” only as a conversation filler conveying some sense of relief. Used in this way it is hardly sincere and evaporates into thin air.

Deo gratias, as text on a Christmas Card is meant as a statement of gratitude for the greatest gift God gave mankind. For God so loved the world that he gave his one and only son, that whoever believes in him shall not perish but have eternal life (John 3.16).

Our custom to make presents at Christmas may have had its origin in God’s gift, given to us through Jesus Christ. Although, when today at Christmas we heap gift on gift, this connection is hardly ever made.

That my design for the picture turned into a depiction of the whole history of God’s act for our salvation was not a pre-meditated thought process; it just evolved, because for some time I wanted to place Joseph into the foreground of a Christmas composition. As this would not make an easily recognisable Christmas card, I needed a meaningful frame. And this came together from several sources.

In the nativity scenes by famous masters, Joseph is often depicted in a role of minor importance. He tends a fire, cooks, holds up a nappy to dry or sits in a corner fast asleep. Not so in the Christmas icons of the Eastern Church. There he sits with bare feet (a story in itself) often on a large tree stump and looks thoughtful into the distance. He, like us today, needs answers to the questions surrounding this birth. The person standing next to him explains all to him. It is most likely the Prophet Isaiah. He is a voice of one calling: In the dessert prepare the way for the Lord (Isaiah 40.3). That is why the Prophet is traditionally depicted in a rough fur cloak. In nearly all icons he rests on a stick, which points to the prophecy: A shoot will come up from the stump of Jesse; from his roots a Branch will bear fruit (Isaiah 11.1).

The cross, which divides the picture into four parts, is in itself a symbol of God’s gift of salvation. It takes our faith away from the nativity into the future, to Christ’s passion, death and resurrection. Old masters painted the cross often green, because green is the colour of contemplation and hope, guiding our thoughts to the faith in an eternal life. Green is also the colour of Paradise. The restoration of Paradise is part of the Christmas message, a theme too complex to be easily included in a Christmas picture. But Christmas Eve has also the name “Adam and Eve”, reminding us of Satan’s deed and its consequences. The lower left panel of the picture shows therefore God’s Angel conquering evil in the symbolic form of a serpent in hellish fire. Thus God is opening again the gate to Paradise.

The top left part of the picture belongs to God, who in several Bible stories speaks to his people out of clouds and stormy weather. God is hidden to our eyes in clouds. But from there the light floods into the world. It is this light of God’s eternal love and grace, which at Christmas fills our hearts with hope and joy. For this we give Him thanks. The pointed finger of the Angel in the top right panel provides the exclamation mark for all this.

Bernd Hildebrandt, Christmas 2009

 


Deo Gratias

Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. So singen wir im Adventslied (EG 12). “Gott sei Dank”. Im täglichen Sprachgebrauch geht uns das Wort meist so schnell über die Zunge, dass die Gedanken gar nicht registrieren, wie wir bei jeder Gelegenheit Gott danken. Diese Oberflächlichkeit stellt unsere Aufrichtigkeit gegenüber Gott sehr in Frage.

Der tiefste Grund für eine Danksagung an Gott ist in der Weihnachtskarte “Deo gratias” dargestellt. Es geht um Danksagung für ein Geschenk. Es ist ein Geschenk, aus dem unser gegenseitiges Beschenken zu Weihnachten vielleicht einmal seinen Ursprung hatte, das aber heute mit dem Gottesgeschenk nicht mehr das Geringste zu tun haben kann.

Dass durch den Entwurf der Darstellungen ein Sinnbild der ganzen Heilsgeschichte entstand, geschah wie von selbst, aber nicht aus Zufall. Schon lange wollte ich die Gestalt des Joseph einmal in den Vordergrund stellen, aber dies allein hätte kaum eine allgemein erkennbares Weihnachtsbild ergeben. Der notwendige Rahmen kam dann aus drei Quellen.

In den Weihnachtsbildern berühmter Meister ist Joseph oft Randfigur. Er schürt ein Feuer, rührt in einem Topf, hält eine Windel zum Trocknen hoch, oder sitzt schlafend in einer Ecke. Nicht so auf den Weihnachtsikonen der Ostkirche. Da sitzt Joseph mit bloßen Füßen (eine ganze Geschichte in sich selbst) meist auf einem Baumstumpf und schaut nachdenklich in die Ferne. Ihm muss, wie uns allen, erklärt werden, was es mit dieser Geburt auf sich hat. Und dies tut die Gestalt, die auf den Ikonen neben ihm steht. Es ist wohl der Prophet Jesaja, dessen Weissagungen zur Weihnachtsbotschaft bis auf den heutigen Tag nicht wegzudenken sind. “Er ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste” (Jes. 40,3). Deshalb der rauhe Fellumhang. Und der Stab, auf den sich Jesaja auf fast allen Ikonen stützt, weist auf seine Prophezeiung: “ Es wird eine Rute aufgehen von dem Stamm Isai (Jesse) und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen” (Jes. 11,1). Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. (EG 12).

Die zweite Quelle kommt aus der Christlichen Farbensymbolik. Das Bild ist durch ein grünes Kreuz in vier Felder geteilt. Die Kreuzform allein weist im Bild schon weit voraus auf unseren Glauben an Gottes Gnadengeschenk durch Christi Tod und Auferstehung. Grün ist die Farbe der Besinnlichkeit und der Hoffnung. Deshalb malten Künstler des Mittelalters das Kreuz Christi oft grün, als das Opferwerkzeug, in dem unsere Auferstehungshoffnung bedründet ist. Im Bild zeigt ein Engel auf dieses Kreuz. Grün kann auch die Farbe des Paradieses sein.

Und dies bringt mich zur dritten Quelle, die Advents- und Weihnachtslieder in unserem Gesangbuch. Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis; der Engel steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis. (EG 27). Diese, zur Weihnachtsbotschaft gehörende Aussage würde in einem Weihnachtsbild den Rahmen sprengen. Deshalb nahm ich sozusagen Zuflucht zu einer anderen Aussage im Weihnachtslied: Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Höllen Reich (EG 39, auch ähnlich Luther in EG 25). Eigentlich kann man eine Beziehung zu allen Advents- und Weihnachtsliedern im Bild finden.

Das obere, linke Bildfeld ist ganz Gott gewidmet. Zahlreiche Bibelstellen weisen darauf hin, dass Gott aus der Wolke, aus dem Wetter spricht. Von hieraus strahlt das Licht in die Welt. Und hier liegt der Ursprung des echten Weihnachtsgeschenkes, der Grund, Gott zu danken.

Bernd Hildebrandt, Weihnachten 2009

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