Matthew 2:1-8

Notes about the image (in English and German)


The three kings ...
Matthew 2:1-8
Oil on paper
Bernd Hildebrandt 2003

Matthew 2:1-8

Thoughts on the Christmas card 2003

We know them by name, these three kings in the centre of the picture: Caspar, Melchior and Balthazzar. They are the wise men, distinguished astronomers from far away lands in Africa, Europe and Asia, who travel in order to pay homage to the new born child in Bethlehem. In the Gospel they are still nameless and receive their rank and names only centuries later. In nativity plays, in crib scenes in churches and under the Christmas tree in our homes, we see them, together with the local shepherds, in adoration of the child in the manger . For the old masters in Christian art they became a favoured subject. Seen like this, they can help us to achieve our Christmas wish for contemplation, peace, happiness and thanksgiving.

But we know that the dark side of our everyday life can not be halted when it comes to Christmas celebrations. Thus the composition of the picture does not fit in our concept of a Merry Christmas. The reality of the time in which Jesus was born is no different from what we experience in the world today. The picture is neither edifying nor uplifting. I have not deprived the three kings of their honour. They satisfied the interest which drew them to the child in the manger. Who were these men poised between reality and myth? Surely they were ignorant, in their wisdom, of the tragic consequences of their revelations.

Now they are on their way home. We are unable to comprehend what God in his wisdom set in motion through these wise men. Because it was them who made the brutal king Herod aware of the birth of a special child. The search by the wise men had two consequences, which are no mere memory of historic events, but remain unsolved to this day around the globe. Flight and asylum seeking for millions; death to innocent children. Why could God not protect them like he did the child Jesus. Why are thousands of children victims of tyranny in our time?

We may be able to shut out these questions for a few hours at Christmas, but the power of darkness does not go away. There remains the truth of Dietrich Bonhoeffer’s words: “I believe that God is no timeless divine ordinance, but that he waits and responds to our prayer and responsible actions.”

Bernd Hildebrandt, Christmas 2003

 


Bild zum 2. Kapitel des Evangeliums nach Matthäus

Wir kennen die Heiligen Drei Könige bei Namen: Caspar, Melchior und Balthasar. Sie sind es, die in traditioneller Weise in den Mittelpunkt des Bildes gestellt sind. Es sind die weisen Könige, die angesehenen Sterndeuter, die zur Geburt Jesu aus Afrika, Europa und Asien angereist sind. Im Evangelium sind sie noch namenlos und werden erst Jahrhunderte später mit Rang und Namen ausgestattet. In Krippenspielen verehren sie zusammen mit den Hirten das Kind in der Krippe. In Hauskrippen haben sie als Figuren in andächtiger Haltung ihren festen Platz. Für die alten Meister der Christlichen Kunst werden sie in dieser Rolle zu einem beliebten Motiv. So gesehen, können sie auch uns helfen, unserem Weihnachtswunsch nach Einkehr, Friede, Freude und Dankbarkeit näher zu kommen.

Jedoch so, wie sich die dunkle Seite unseres Alltags nicht vom Fest der Weihnacht verbannen läßt, so paßt auch die von mir gewählte Bildkomposition nicht in unsere Vorstellung eines Weihnachtsgrußes. Aber wie zur Zeit der Geburt Christi, wie später vom Evangelisten Matthäus berichtet, ist unsere Welt eben auch heute noch so wie sie ist. Das Bild ist weder erbaulich noch erhebend. Daran ändern auch die dominierenden bunten Farben nichts. Ich habe den drei Königen ihre Würde nicht genommen. Sie haben das Anliegen, das sie zum Kind in der Krippe führte, erfüllt. In einem kontemporären Gedicht fragt ein englischer Dichter: “Wer waren sie, diese Männer in der Schwebe zwischen Realität und Legende? Haben sie durch den verhängnisvollen Zufall, Weise zu sein, die Bedeutung ihrer Offenbarung verstanden?”

Nun sind sie auf dem Heimweg. Der hell leuchtende Stern begleitet sie nicht mehr. Sie sind in ihrem Gemüt unbeschwert, in ihrer Weisheit ignorant ihrer Rolle, die Gott ihnen in seinem für uns unergründlichen Ratschluß übertragen hat. Denn sie waren es, die Zugang zum Königspalast des Herodes hatten und mit ihren Fragen diesen Gewaltherrscher auf die Geburt eines Kindes aufmerksam machten, von dessen Bedeutung die Theologen seiner Zeit wohl beste Auskunft geben konnten, aber sonst wenig Interesse zeigten. Das Forschen der Weisen hatte zwei Folgen, die nicht in der Historie erledigt sind, sondern die uns als ungelöste Not in unserem persönlichen Alltag und global in der ganzen Welt sorgenvoll beschäftigen:

Die Flucht nach Ägypten war für Joseph und seine Familie kein Sonntagsspaziergang, auch wenn es in vielen Darstellungen durchaus so aussieht. Sie war eine Notwendigkeit des Überlebens. Heute sind Millionen von Menschen auf der Suche nach einem Zufluchtsort. Das Asylproblem, das die ganze Welt angeht, beschäftigt uns täglich.

Und das Morden der unschuldigen Kinder Bethlehems durch Herodes, dem Typus unvorstellbarer Brutalität, läßt uns fragen: Warum konnten diese Kinder nicht wie das Jesuskind die Erfahrung göttlicher Bewahrung machen? Diese Frage steht auch heute im Raum, weil wir wissen, daß Tausende und Abertausende von Kindern leiden und sterben, als unschuldige Opfer der Tyrannei in unseren Tagen.

Wir können zu Weihnachten das Bild vielleicht ein Weilchen zur Seite legen, jedoch im Wissen, daß dunkle Gewalten auch weiterhin Macht über uns haben. Deshalb gilt, was Dietrich Bonhoeffer uns gesagt hat: “Ich glaube, daß Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern daß er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.”

Bernd Hildebrandt, Weihnachten 2003

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